
Nachdem ich an Ostern den höchsten Berg des Kantons Zürich (Schnebelhorn, ca 1300müM) und im August den fast höchsten Berg der Maramures (Rumänien, Toroiago, ca. 1900müM, danke Stefan fürs Gepäck tragen!) erklommen habe, habe ich mir gesagt, "jamais deux sans trois" und habe entschlossen, auch den höchsten Berg von Costa Rica (Cerro Chirripó 3820müM) zu bezwingen.
Angefangen hat es damit, dass ich vor 3 Wochen in einem Nationalpark in Guanacaste zwei nette Biologinnen kennengelernt habe und ich mich netterweise ihrer Expedition anschliessen durfte (thank you so much Valerie and Sarah, it was really great!).
Nachdem Eva am 27.11 (nach einigen netten Unterhaltungen mit der US Botschaft) nach Hause geflogen ist, fuhr ich also alleine (ging muy bien) nach San Isidro und von dort weiter nach San Gerardo de Rivas, ein kleines, wunderschönes Kaff am Fuss des Chirripó. Der erste Test war schon der Weg zum Hostel (super: Casa Mariposa): Nach der Endstation des Buses, der immerhin 2 mal täglich fährt, geht es 1.5km steil hoch, ca 300 Höhenmeter. Mit meinem ganzen Gepäck. Also viel. Und schwer. Und heiss. "Oben" angekommen war ich aber trotzdem begeistert. Vom Hostel, der Umgebung, der Aussicht und den Schokomuffins, die die Besitzerin gebacken hatte.
Dann ging es ans Packen. Es gibt ca. 5km vor dem Gipfel ein relativ gut ausgerüstetes Refugio, mit Küche, Betten, Strom, sogar Internet; Schlafsack, Essen und Gaskocher muss man aber selber mitbringen. Da es auch ziemlich kalt werden kann, ging also das Hin-und-Her los, einerseits so wenig wie möglich, andererseits wollte ich weder erfrieren, noch verhungern... Habe schlussendlich viel zu viel Essen mitgenommen und etwas zu viel Kleider und trotzdem gefroren.
Am 2.12. gings um 6 Uhr früh los. Bei jedem km steht ein Schild, die meisten auch mit der Höhenangabe. Jeder km hat auch sein eigenes Thema km 1 el thermometro, weil es so steil hochgeht, km 14 los arrependidos, weil man es spätestens hier bereut, diese Wanderung zu machen. Dazwischen gibt es viele, liebevoll gestaltete und passende Holzschilder.

Mit jedem Schritt wird die Luft dünner, das Herz beklagt sich spätestens ab Höhe 3000m darüber, dass ich zu schnell unterwegs bin und so muss ich leider Corinnes guten Ratschlag ignorieren, nie anzuhalten. Langsamer ist nämlich nur still stehen... Nach 9.5 Stunden haben wir die knapp 15km geschafft, macht einen sagenhaften Schnitt von ca 1.5km/h. Soll langsam sein für Nicht-Ticos, sagt uns Freddy, der Hüttenwart, der auch meint, wir hätten zu viel Gepäck dabei. Meine Schultern sind einverstanden mit Letzterem und schmerzen.
Am Tag 2 stehen wir um 2:30 auf und marschieren um 3 los. Um 5:22 geht nämlich die Sonne auf. Es ist fast Vollmond, ich sehe den Orion und den grossen Wagen, der aber irgendwie etwas schräg am Himmel steht. Die Wanderung ist streng (5km, 500Höhenmeter) aber wunderschön. Kurz bevor wir den Gipfel erreiche ziehen Nebelschwaden auf. Oben angelangt sehen wir dann nichts. Weder Sonnenaufgang noch Aussicht, noch Pazifik, noch Karibik. Dafür windet es und ist gefühlte -10°. Wir harren aus und werden belohnt, der Nebel verzieht sich ein bisschen und obschon es nicht fuer die Meere reicht, haben wir gegen 6 Uhr dann doch noch eine schöne Aussicht.

Dem nicht genug, etnschliesse ich mich, noch einen zweiten Gipfel
anzuhängen, ist ja erst 8 Uhr morgens. Ich bereue natürlich schon beim Aufstieg

und der Abstieg macht es nicht besser, die Knie halten sich aber erstaunlicherweise ganz wacker und sogar der Nieselregen lohnt sich, sehe ich doch einen Regenbogen von oben!
Tag 3 dann der Abstieg, wir marschieren um 8 los und kommen um halb 3 beim Hotel an, die Knie bedanken sich für das langsame Tempo und den Muskelkater habe ich mir total verdient. Sollte man definitiv öfter machen! Mein Highlight in Costa Rica, bis jetzt, da kann sogar der Koch in Cahuita nicht mithalten.
Heute ist Therese aus der Schweiz angekommen, mit ihr plane ich jetzt eine Weile in Südnicaragua und dann in Süd Costa Rica zu reisen. Wenn sie dann vor Weihnachten wieder in die Schweiz fliegt, ziehe ich weiter nach Panama, Karibik, hoffentlich inklusive einer Sprachschule (mem: buchen) und dann für 3 Wochen nach Kuba.