Dienstag, 20. Oktober 2009

Sophie und die USA - die Bilanz

Wir haben uns ein bisschen viel vorgenommen, mussten unser Programm abkuerzen und sind im ganzen 3178 Meilen unfallfrei Auto gefahren (mal 1.6 gibt km, total durchgeknallt...). Wir haben viele interessante Menschen kennengelernt; es ist echt erstaunlich, wie oft wir einfach angequatscht wurden, und uns dann mit diesen Leuten 10 Minuten bis einen ganzen Abend lang sehr nett unterhalten haben. Ich habe viel erfahren ueber dieses Land und die Leute, viele wunderschoene (Natur!), interessante, beeindruckende und einige weniger schoene Sachen gesehen (Las Vegas, Obdachlose). Und manchmal sind die Amis auch einfach eine "pain in the ass", vor allem am Flughafen oder sonst an offiziellen Stellen, ploetzlich total unflexibel, borniert und unfreundlich.

Jetzt ist dieser Monat also um. Ich sitze in einem Starbucks im LAX (ich war uebrigens hoechstens 3 mal in einem Starbucks; habe mich aber irgendwie doch mit dem Gedanken angefreundet, mit einem grossen Becher Tee herumzulaufen... und kein einziges Mal im Mc Doof) und freue mich auf Costa Rica und was sonst noch alles kommen wird, aber ich weiss schon jetzt, dass ich gerne wieder nach Amerika kommen moechte. Es gibt noch so viele schoene und interessante Orte zu sehen, so viel zu erleben, man muss sich einfach viel Zeit nehmen koennen...

Weitere Bilanz: Die Zeltplaetze. Inklusive die Top nine!



Ich bin ja nicht gerade als grosse, begeisterte Camperin bekannt, meine Schwester auch nicht, trotzdem haben wir 17 Naechte in unserem Ultraleicht Zweierzelt verbacht. Und zwar mit Begeisterung. Danke REI, danke netter Verkaeufer, der du uns so tolles Equipment verkauft hast. Danke Amerika, fuer die grossartig gelegenen Campings in den Nationalparks, danke Arnold Schwarzenegger fuer die Plaetze in Kaliforniens State Parks... Und Tausend Dank Michaela, Tobi und Lisa fuer die Gastfreundschaft und die guten Tipps am Anfang unserer Reise; ich habe viel an euch gedacht und wir waren oft froh ueber eure guten Ratschlaege.


Herausgefunden habe ich folgendes:


1. Zelten in Amerika heisst vor allem viel Platz. Fast sieht man seine Zeltnachbarn nicht mehr... Gut, das ist uebertrieben, aber auf den Sites hat es meist Platz fuer ca 8 Personen und 2 Autos, also mehr als genug fuer unser 2er Zelt und Lindsey. Zwei mal hatten wir allerdings walk-in Campgrounds, da kann man NICHT mit dem Auto bis zum Zelt fahren. :-)


2. Je teurer, desto besser gilt hier ueberhaupt nicht. Wir fragten uns manchmal, wie sich das lohnt (tut es wahrscheinlich nicht), 15$ fuer einen Zeltplatz (fuer max. 8 Personen). Und es hat eine Dusche! (hat es nicht immer)


3. Zeltplaetze weit ab der Zivilisation sind besser! Weniger Strassenlaerm, dafuer mehr Koyotengeheul, mehr Baeren, die zwischen den Zelten herumtapsen, mehr sonstiges Getier,mehr Sterne, dafuer meistens weniger Komfort (keine Duschen bis "gar kein Wasser und nur Plumpsklos").


4. Nach 3 Wochen in wuestenaehnlichem Klima hat uns Kalifornien mit viel Feuchtigkeit empfangen. Ich schliesse also daraus: Die kalifornische Kueste ist fast schon fast Regenwald, unser Zelt war am Morgen jeweils plitschnass, ohne dass es geregnet haette. Ich frag mich dann schon, warum Noldi sich die ganze Zeit nur mit Feuerwehrwagen fotografieren laesst und wir in gewissen Parks wegen "fire damage" nicht hineinkonnten...



Zur Rangliste: Alle klassierten Zeltplaetze waren toll. Die ersten beiden hatten aber noch das gewisse etwas. die nicht ranigerten Plaetze waren entweder zu laut (2) oder einfach nicht spektakulaer genug, um in die Liste aufgenommen zu werden (4).



Platz 9


Manresa State Park. Der einzige kalfornische Zeltplatz in der Liste. Die liegen halt meist zwischen Highway und Meer.. Sehr feucht, viele Schnecken am Zelt (Gruss an Anna), schoener Sandstrand, Meeresrauschen in der Nacht.




Platz 8


Camp 4. Fuer Kletterfreunde sollte jetzt schon alles klar sein. Walk-in Campground im Yosemite NP, der einzige Campground, in dem wir unseren Tisch und Platz teilen mussten. Hier wird einfach aufgefuellt, bis 6 Personen auf einem Platz sind. Ausser uns waren alles Kletterfreaks. Haben ein sehr nettes kanadisches Paerchen kennengelernt, dem in der vorherigen Nacht ein Baer ueber das Auto geklettert ist.




Platz 7


Lone Rock bei Page. Sehr primitiver Campground. "Just put your tent wherever you like". Nur eine kalte Aussendusche, keine Tische (ich werde alt, am Boden sitzen ist nicht gut), dafuer tolle Aussicht ueber den Lake Powell.




Platz 6


Keoughs Hot Springs bei Bishop. Der Platz an sich nicht spektakulaer, aber es gibt ein Schwimmbad mit einem heissen Becken. Mmmm...




Platz 5


Aspen bei Lee Vining. Primitiv aber sehr huebsch gelegen, an einem Fluss, der sich fuers Fischen eignen muss. Unser erster Zeltplatz in dem wir unsere Esswaren und Ksometika in einen bear safe locker einschliessen mussten. Huch.




Platz 4


Der Zeltplatz im Arches NP. 18 Meilen vom Eingang entfernt. Man ist also wirklich weit weg. Da er sehr beliebt ist, haben wir uns am 6 Uhr morgens beim Eingang hingestellt und uns so unseren Platz gesichert.




Platz 3


Canyonlands NP. Unsere erste Nacht im Zelt. Sehr arides Klima, ausser Plumpsklos gibt es hier nichts. Kein Trinkwasser insbesondere... Dafuer sieht man die Milchstrasse wunderschoen und die Kassiopeia, und den Big Dipper, den kleinen auch...






Platz 2



Goblin Valley State Park. Hier gibt es eben fuer 15$ auch Duschen.. Klein, aber fein.





Platz 1

Valley of fire State Park. Unser letzter Halt vor Las Vegas, da haben wir uns immer wieder zurueckgewuenscht waehrend unserer Zeit in dieser Stadt. Dass eine Stunde nach Sonnenuntergang der Vollmond aufgegangen ist, hat den Zauber dieses Parks natuerlich noch verstaerkt.





Ein "honorably mentioned" gibt es noch fuer den Zeltplatz beim Jacob's Lake. Wir haben einen Tag im Gand Canyon verbracht, inkl Maultierritt, Sonnenuntergang und Jupiter (4 Monde gesehen!) im Teleskop anschauen. Es ist spaet, es ist dunkel, es ist kalt. Das wenige, was es an Uebernachtungsmoeglichkeiten gibt, ist besetzt. Endlich finden wir ein Plaetzchen, stellen unser Zelt auf und dann wird es in dieser Nacht 28 Grad kalt. Unsere Schlafsaecke sind gut bis 40 Grad. Schlechte Voraussetzungen fuer diesen an sich netten Platz. Am Morgen wollen wir einfach nur so schnell wie moeglich weiter. Irgendwohin, wo es waermer ist...






3 Kommentare:

  1. platz 9 für schnecken? tschudertschudertschuder! tausendmal lieber bären und wölfe! ;-)

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  2. Elsbeth sagt: was ihr da alles erlebt ! ich staune über eure Abendteuer !! schöne Bilder ! aber einmal ein schönes Bild von Euch beiden mit Gesicht bitte `Danke !

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  3. wow die fotos sind ja der hammer!!! und du hast schon viel mehr gebloggt als ich :-)

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